Startseite | Das Buch | Lesereise | Buchpräsentation | Pressestimmen Impressum | Kontakt
Grafik mit Schriftzug: ich wär gern einer von uns, im Hintergrund Häuserfassaden

Auszüge aus Pressestimmen

Schreibmaschine

"Es ist ein Buch voller faszinierender Lebensgeschichte, mal heiter mal nachdenklich, wunderbar geeignet für einen ersten Blick über den eigenen Tellerrand. Den einige notwendig haben, mehr denn je. Gerade zur Zeit erleben wir, dass viele nur ein Ziel vor Augen haben: sich selbst. Wen interessiert da groß noch der Nachbar."
Aus: Blog http://happybuddha1975.de/

Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl von Pressestimmen vor, die das Buch besprochen haben.

taz - die tageszeitung

Geron Asmuth, 6. April 2011
[..] Der Name Thilo Sarrazin wird an diesem Abend [gemeint ist die Buchpremiere am 4.4.2011] nicht ein einziges Mal erwähnt. Dabei ist klar: Das Buch ist ein Anti-Sarrazin-Statement. Acht Monate sei intensiv daran gearbeitet worden, erzählt Franziska Richter.[..] Vor acht Monaten wurde Sarrazins viel diskutiertes Anti-Integrations-Elaborat "Deutschland schafft sich ab" veröffentlicht. Wo der einstige Finanzsenator mit Hilfe statistischer Spielereien die Einwanderung der letzten Jahrzehnte pauschal als Fehler abtut, blickt "Ich wär´gern einer von uns" auf Einzelschicksale. Wo Sarrazin platte Rettungsfantasien wie "Mehr Kinder von den Klugen" auftischt, bietet das Buch: nichts.
Eindimensionale Antworten sind nicht zu finden. "Wir haben so viel undifferenziertes Stammtischgelaber gehabt in den letzten Monaten", klagt Wowereit. Er hofft, dass "wir wieder zu einem differenzierten Blick kommen." [..]
Gesamter Artikel

Berliner Morgenpost

Jens Anker, 5. April 2011
[..] Alle Autoren dieses Buches eint: Sie wollen dazugehören und ihren ganz persönlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten, ob Rapstar oder Regierender Bürgermeister. Den Auftakt des Buches macht ein Interview mit Wowereit. "Was soziale Diskriminierung bedeutet, habe ich am eigenen Leib erfahren", sagt Wowereit im Interview. Er war Sohn einer alleinerziehenden Mutter in Tempelhof. "Ich hasste die Momente in der Schule, wenn man nach den Familienverhältnissen gefragt wurde", erinnert er sich an seine Kindheit zurück. Aber die Verhältnisse hätten ihn auch geprägt. Er habe gelernt, dass man sich nicht hängen lassen darf.[..]
Gesamter Artikel

Die Stiftung 3/11 | Magazin für das Stiftungswesen und Private Health

Christine Sutschek
[..] So erzählt der Sammelband die Geschichten von Menschen unterschiedlichster Herkunft. Zu Wort kommen unter anderem "zwei Blutsbrüder" aus Berlin-Wedding oder ein türkischer Supermarktbesitzer. Daneben erzählen zum Beispiel auch die SPD-Angeordnete Gabriele Lösekrug-Möller oder zwei Russlanddeutsche über ihren Lebensweg, was sie prägte und was ihnen wichtig ist.
So schafft "Ich wär gern einer von uns" ohne erhobenen Zeigefinger und ideologischen Diskurs ein tieferes Verständnis für die Menschen um uns herum. Die Geschichten über das Ein - und Aufsteigen sind schon mal im Slang geschrieben und gerade deswegen so authentisch. [..] Die Lektüre hinterlässt den Eindruck, dass ein Gemisch aus Zufall, Glück, aber durchaus auch Selbstbestimmtheit den eigenen Lebensweg ausmacht.
So kann das von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebene Buch nicht nur unterhalten und zum Nachdenken anregen, sondern tatsächlich auch einen kleinen Beitrag dazu leisten, den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Was kann schließlich spannender sein als ein Band mit Geschichten, die das echte Leben schreibt?

Berliner Stimme

U. Horb, 16.4.2011
Ich wär gern einer von uns. Geschichten übers Ein- und Aufsteigen

Geschichten vom Leben
Kennenlernen braucht Zeit und Gelegenheit. Mut zum Kennenlernen macht ein neues Buch, das die Herausgeber Klaus Wowereit und Franziska Richter in der vergangenen Woche vorgestellt haben. Es erzählt vierzehn sehr unterschiedliche Lebensgeschichten.
Eine der Geschichten ist die von Olga Fuchs, aufgewachsen in Kasachstan und heute Köpenickerin. Seit Mitte der neunziger Jahre lebt sie in Berlin, über siebzig ist sie, hat den Krieg erlebt, Vertreibung, Elend. Sie geht zur Kirchengemeinde, um in der neuen Heimat Anschluss zu finden, aber sie findet ihn nur zu anderen mit ähnlichem Schicksal. "Da saßen wir in der einen Ecke und die Deutschen in einer anderen Ecke", berichtet sie der Autorin Waltraud Schwab, die ihre Geschichte aufgeschrieben hat. "Zwei Jahre ging das so. Da die Russlanddeutschen. Dort die Deutschen. Das hat mir wehgetan." Bis eines Tages eine Frau in die Hände klatscht und alle auffordert, sich aufzuteilen und zu mischen, den jeweils anderen ihre Geschichte zu erzählen. "Die Deutschen waren überrascht, wenn wir erzählten", zitiert Waltraud Schwab Olga Fuchs und schreibt dann selbst: "Seither ist das Leben in Köpenick schöner für sie."

Manchmal sind es solche kleinen Momente, die das Leben verändern, die Teilhabe und Integration ermöglichen. Das Buch "Ich wär' gern einer von uns" erzählt von etlichen solchen Momenten. Die elf Autorinnen und Autoren berichten, durchaus unterschiedlich in Sichtweise und Stil, von Menschen, die einem auf den wenigen Seiten näherkommen. Die mit viel Optimismus ausgestattet sind, sich durchboxen wollen, um dazuzugehören. [..]
Das Buch stellt die Menschen in den Mittelgrund und führt keine abstrakten Debatten über Gelingen und Misslingen von Integration. [..]
Längerer Text...

Vorwärts Verlag

Kai Döring, 5. April 2011
[..] Es sind die Geschichten von 14 Menschen, die zwar in Deutschland zuhause sind, aber in höchst unterschiedlichen Welten leben.
Eine dieser Personen ist Tina. Nach dem Abitur hat sie in Dresden Germanistik, Psychologie und Deutsch als Fremdsprache studiert, später noch ein Gartenbau-Studium in Berlin abgeschlossen. Mittlerweile lebt die Diplom-Ingenieurin und Mutter von Zwillingen in Berlin-Friedrichshain - von Hartz IV.
"Mich hat ihre Haltung beeindruckt" erzählt die Schriftstellerin Tanja Dückers. Sie hat Tinas Lebensgeschichte für das Buch aufgeschrieben. "Tina hat mir gezeigt, dass man auch jenseits der Karriere glücklich sein kann", sagt sie. Ihr sei es wichtig gewesen, dass die Menschen selbst zu Wort kommen. Deshalb habe sie sich an dem Buch beteiligt. "Es wird leider viel zu viel über Menschen geschrieben, ohne dass man ihre Lebenswirklichkeit kennt." [..]
Gesamter Artikel

Blog Happybuddha1975

Das Buch, herausgegeben von Klaus Wowereit und Franziska Richter, habe ich in etwa einer Woche gelesen, meistens Abends. Ich hatte zu dem Zeitpunkt Spätschicht und nutzte die Heimfahrt um förmlich eine Kurzgeschichte nach der anderen zu verschlingen. Richtig gelesen. verschlingen.
Die Faszination dieses Buch entsteht dadurch, dass Menschen zu Wort kommen die man sonst kaum wahrnimmt, und wenn, man sich nie mit ihnen unterhält. Der nette türkische Kioskbesitzer, die Frau im Rollstuhl, oder der Gasableser aus Berlin. Alle leben ein Leben das sich von unserem teilweise komplett unterscheidet bis auf die Tatsache dass sie genauso dazugehören wollen wie wir. Sie wollen auch ein Teil der Gesellschaft sein, eine Gesellschaft die sie aber nicht immer als ein Teil von sich sieht.
Es ist ein Buch voller faszinierender Lebensgeschichte, mal heiter mal nachdenklich, wunderbar geeignet für einen ersten Blick über den eigenen Tellerrand. Den einige notwendig haben, mehr denn je. Gerade zur Zeit erleben wir, dass viele nur ein Teil vor Augen haben: sich selbst. Wen interessiert da groß noch der Nachbar.
http://happybuddha1975.de/